Kreativ, vernetzt, vielseitig – mit diesen drei Worten bringt Projektkoordinatorin Angelina Capelle die interaktive Plattform ingenieurregion.de auf den Punkt. Eine Plattform, die zeigen möchte, wie vielfältig das Ingenieurwesen in der Metropolregion Hannover Braunschweig Göttingen Wolfsburg ist. Von Wasserbau über Luftfahrt bis zum Maschinenbau – das Projekt hat eine konkrete Mission, und zwar junge Menschen für die Branche zu begeistern und Fachkräfte für die Region zu sichern. Die Plattform ist das Herzstück eines Kooperationsprojekts der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften und der Bezirksvereine des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI) Braunschweig und Hannover. Es wird vom Amt für regionale Landesentwicklung Leine-Weser gefördert und von über 20 regionalen Partner*innen aus Bildung, Wissenschaft, Wirtschaft und Politik unterstützt.

„Neugierige Menschen aus unserer Region, die sich für Technik begeistern oder es lernen wollen“, so fasst Angelina Capelle die Zielgruppe des Projekts zusammen. Seit Juli 2018 arbeitet sie in einem interdisziplinären Team intensiv am technischen Aufbau der Plattform und der Entwicklung verschiedenster Formate. Gemeinsam ist das Team mit vielen Ideen gestartet, hat manche verworfen, umgestrickt und eine ganze Menge bereits umgesetzt. Eine der Ideen ist die Aufteilung der Plattform in Formate für die zwei zentralen Zielgruppen „Wir haben uns für zwei zielgruppenspezifische Einstiege in die Website entschieden: Ingenieurin werden und Ingenieurin sein. In der ersten Projektphase haben wir uns vor allem auf Studieninteressierte und Studierende konzentriert – schließlich wollen wir Nachwuchs gewinnen. Unsere zweite Mission ist die Fachkräftesicherung. Deshalb umfasst unsere Zielgruppe auch kleine und mittelständische Unternehmen, Institutionen wie Wirtschaftsförderungen oder regionale Zusammenschlüsse sowie berufstätige Ingenieurinnen.“ Die Idee des Netzwerks und des gemeinsamen Austauschs taucht auf ingenieurregion.de immer wieder auf. Nicht nur für das Projekt, sondern auch für die Arbeit von Ingenieurinnen im Allgemeinen kann es wichtig sein, sich zu vernetzen und über den Tellerrand hinauszuschauen. „Ich denke, dass beim vernetzten Arbeiten alle voneinander profitieren können“, so Capelle. „Man bleibt nicht nur im eigenen Fachgebiet und durch einen solchen Austausch kommen oft tolle Projektideen auf!“

So wird das Netz der Ingenieurregion täglich größer und die Plattform füllt sich mit neuen Themen rund um das Ingenieurwesen. Immer ist das Redaktionsteam auf der Suche nach neuen Gesichtern, Ideen und Formaten. Auch aus diesem Grund ist ihnen der interaktive Charakter der Plattform so wichtig. Für die Kontaktaufnahme und den Austausch stehen unterschiedliche Kanäle zur Verfügung: „Die Nutzerinnen und Nutzer können sich über integrierte Kontaktformulare auf unserer Website direkt an uns als Redaktionsteam wenden. Sowohl Fragen zum Projekt an sich als auch zu den Inhalten der Seite nehmen wir hier gerne entgegen“, sagt Capelle. Darüber hinaus ist das Team auch in sozialen Medien aktiv und verbreitet die Inhalte auf Instagram, Facebook, Twitter und YouTube. Eine Besonderheit sind die sogenannten Guru-Profile. Der Guru ist bei ingenieurregion.de eine Art Mentorin, der Interessierten eine Beratung anbietet. So stellen sich (angehende) Ingenieurinnen mit einem kurzen Steckbrief vor und laden ein, Kontakt mit ihnen aufzunehmen. „So können sich Interessierte ganz unkompliziert und auf Augenhöhe mit den Gurus austauschen, Fragen loswerden oder sich vernetzen“, erklärt Capelle die Idee hinter der Figur. Insbesondere Schülerinnen und Schüler können sich über die Profile zu möglichen Berufswegen informieren und mit ihnen ins Gespräch kommen. „Oft stellt sich die Frage, was eigentlich hinter den Berufsbildern steckt. Deshalb ist es uns wichtig, verschiedene Fachrichtungen zu zeigen und diese an konkreten Personen greifbarer zu machen.“

Um immer nah beim wissenschaftlichen Nachwuchs zu bleiben, ist das Team auch in Schulen der Region unterwegs. Dort begleitete ingenieurregion.de die jungen Köpfe beispielsweise bei der JeT-Challenge, in der Teams in einem Wettbewerb ein ferngesteuertes Auto entwickeln und so einen praktischen Einblick in zukunftsorientierte Technik bekommen. „Die Arbeit mit Schülerinnen und Schülern ist für uns besonders wichtig, um die tatsächlichen Bedarfe der jungen Zielgruppe zu erfassen. Auf welchen Kanälen sind sie unterwegs? Was erwarten sie von einem Online-Angebot? Und welche Fragen verunsichern sie bei ihrer Studien- und Berufswahl?“ Der direkte Kontakt in den Schulen schaffe häufig Möglichkeiten, erste Unsicherheiten zu Berufen im MINT-Bereich zu nehmen. Und natürlich nimmt das Team auch zahlreiche Tipps aus den Workshops mit.

Den Wunsch nach einer bunten Plattform mit vielen mobilen Angeboten konnte ingenieurregion.de bereits in die Tat umsetzen und freut sich über die Ideen der Schülerinnen und Schüler: „Ihre Begeisterung und Experimentierfreude ist einfach ansteckend!“ Projektleiter Prof. Dr.-Ing. Gert Bikker, Ostfalia-Vizepräsident für Forschung, Entwicklung und Technologietransfer, meint: „Die aktuellen Bedingungen zeigen umso mehr, dass wir für Digitalisierung und Entwicklung innovative Köpfe brauchen. Junge Menschen müssen wir in ihren Formaten für Ingenieurberufe interessieren. Dem Team von ingenieurregion.de gelingt das in einem kreativen Mix aus Online-Formaten und virtueller Präsenz auf unterschiedlichen Kanälen.“

Neben Angeboten vor Ort und auf den Social-Media-Kanälen geht ingenieurregion.de auch ins Ohr. In ihrem Podcast lädt das Team regelmäßig verschiedene Gesichter auf einen Ing.wer-Tee ein. Dabei kommt die Plattform, teilweise in Kooperation mit dem Gleichstellungsbüro der Ostfalia Hochschule, zu Projekten, Berufswegen und Erfahrungen rund ums Studium ins Gespräch. Angelina Capelle ist beim Podcast besonders das Gespräch mit Tobias Stelzer in Erinnerung geblieben: „Tobias hat einen eher ungewöhnlichen Lebenslauf: Vom Krankenpfleger zum Masterabsolventen in der Luft- und Raumfahrt und wieder zurück. Als aufgrund der Corona-Pandemie zusätzliche Pflegekräfte gesucht wurden, hat er sich freiwillig gemeldet und ist wieder im Schichtdienst eingestiegen. Ein faszinierender Perspektivwechsel!“ Diese und andere Einladungen auf einen Ing.wer-Tee sind auf der Plattform jederzeit aufrufbar und das Team ist ständig auf der Suche nach neuen Gesichtern. Und was wünscht sich das Team neben neuen Geschichten noch für die Zukunft? „Bei unseren neuen Formaten sprechen wir von ‚Piloten‘ und wir hoffen, dass viele von ihnen auch in Zukunft flugfähig bleiben“, sagt Capelle. „Unser Wunsch ist, dass ingenieurregion.de noch viele Jahre mit neuen spannenden Inhalten gefüllt wird, Menschen darüber miteinander in Kontakt kommen und die Vielfalt des Ingenieurberufs entdecken!“

Drei Fragen an… Angelina Capelle

Angelina Capelle (M.A.) ist Projektkoordinatorin, Social Media Managerin und Content Creator bei ingenieurregion.de. Im Redaktionsteam kreiert sie mit Kathrin Weiß (M.Sc.) und Yannick Waselkowski neue Inhalte und Formate für die Plattform. Sie hat dem ,flurfunk’ drei Fragen zu ihrem Arbeitsalltag und ihren Erfahrungen beantwortet.

Was sind deine Aufgaben bei ingenieurregion.de?
Bei mir laufen alle Fäden des Projekts zusammen: Ich habe die Übersicht, was wir schon geschafft haben und was noch vor uns liegt. Außerdem arbeite ich auch redaktionell, das heißt, ich erarbeite Konzepte für neue Formate, schreibe und redigiere Texte oder mache auch mal Foto- und Videoaufnahmen. Die Entscheidung, welche neuen Inhalte es geben soll und wie es strategisch weitergeht, fälle ich aber keineswegs alleine: Unser Projektteam besteht aus Vertreter*innen unserer drei Projektpartner Ostfalia, VDI Braunschweig und VDI Hannover; Projektleiter ist unser Vizepräsident für Forschung, Entwicklung und Technologietransfer Prof. Dr.-Ing. Gert Bikker. Die Redaktion von ingenieurregion.de sowie unseren Social-Media-Kanälen haben wir auf drei Schultern verteilt: Kathrin pflegt die Website, Yannick ist unser Kamera- und Schnittprofi und ich bin für die Kommunikation verantwortlich. Das Konzeptionieren, Texten und Posten teilen wir uns nach Bedarf auf.

Was macht aus deiner Sicht die Region so besonders?
Unsere Region ist sehr forschungsstark und das zeigt sich in all den Studiengängen und Arbeitsplätzen, die so unheimlich vielfältig sind. Außerdem gibt es eine Fülle an regionalen Initiativen, die dafür spricht, dass wir uns immer besser vernetzen und es viele Menschen gibt, die sich hier wohlfühlen. Nach meinem Studium in Berlin bin ich deshalb auch in meine Heimatstadt Braunschweig zurückgekehrt

Du arbeitest in einem sehr jungen Team und erarbeitest neue Projektideen. Wie kann man sich deinen Arbeitsalltag konkret vorstellen?
Kein Tag ist wie der andere! Ich bin ständig im Austausch mit Projektpartnerinnen und natürlich (angehenden) Ingenieurinnen, ob per Mail, telefonisch oder persönlich. Auch bei Veranstaltungen, Videodrehs oder Interviews bin ich des Öfteren anzutreffen. Unsere Zusammenarbeit im Redaktionsteam läuft sehr unkompliziert und macht viel Spaß, weil wir uns auch auf persönlicher Ebene gut verstehen. Neue Ideen entstehen bei uns oft spontan, aber auch beim gemeinsamen Brainstorming. Unsere Projektplanung läuft agil, das heißt, dass uns viele Möglichkeiten offenstehen und wir immer wieder neu entscheiden, in welche Richtung es weitergeht.

Das Projekt ingenieurregion.de ist beim Wissens- und Technologietransfer der Hochschule angesiedelt. Hier im Haus ist diese Einrichtung als WTT bekannt.
Aber was macht der WTT sonst noch?

Vieles: Der Wissens- und Technologietransfer der Ostfalia ist die erste Kontaktstelle bei der Suche nach Verbindungen in
die Hochschule, um beispielsweise auf das Wissen der Expertinnen zurückzugreifen oder fachliche Fragestellungen zu diskutieren.

Neben dieser Aufgabe umfasst der Service:

  • Unterstützung von Forschungskooperationen im Rahmen von Antragsund Auftragsforschung
  • Informationen zu den Forschungsschwerpunkten und -projekten an der Ostfalia
  • Kontaktvermittlung zu den Professorinnen im Haus
  • Beratung zu finanziellen Fördermöglichkeiten von Projekten in Kooperation mit Unternehmen, Verbänden, Institutionen und Forschungseinrichtungen – regional, national sowie international
  • Beratung zu Erfindungsmeldungen, Patenten und Schutzrechten
  • Organisation von Veranstaltungen zur Initiierung von Kooperationen und zum Austausch von Ideen und Wissen

Quelle: flurfunk

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