Guru-Talk #1:

Wo bitte geht’s zum Berufseinstieg?

Raus aus der Uni, rein ins Berufsleben: Je näher das Ende des Studiums rückt, desto mehr breitet sich bei Studierenden ein flaues Gefühl in der Magengegend aus. Wie sieht’s eigentlich mit meinen Jobchancen aus? Auf welchen Wegen knüpfe ich Kontakte zu guten Arbeitgebern? Und wie verhalte ich mich beim Gehaltspoker richtig? Gut, wenn man sich bereits während des Studiums mit diesen Fragen beschäftigt so wie Catherine Rau, Nerea Meinicke und Bernd-Christian Hölscher. Von Mario Schlömann haben die drei Antworten aus erster Hand bekommen – denn er ist ein Guru.

Guru? Was ist denn das? Mario Schlömann, der Maschinenbau studiert hat, viele Jahre seine Expertise zur funktionalen Sicherheit von Transport- und Automatisierungssystemen für die Schienenfahrzeugindustrie einbrachte und jetzt in der IHK Braunschweig die Bereiche Innovation, Umwelt und Energie verantwortet, ist nicht erleuchtet und kennt nicht den Weg zur Erlösung. Doch mit seinem Erfahrungsschatz hat er gute Tipps zum erfolgreichen Berufseinstieg parat – und ist für angehende Ingenieur*innen ein wertvoller Gesprächspartner zu Themen wie Uni, Job und Karriere.

„Der Berufsstart ist ein superspannendes Thema“, sagt Nerea, die auf die Zielgerade ihres Masterstudiums Luft- und Raumfahrttechnik eingebogen ist, wie Catherine und Bernd-Christian an der TU Braunschweig studiert und sich gemeinsam mit den beiden im VDI Braunschweig engagiert. „Auf diesem Gebiet Erfahrungen auszutauschen, hilft mir weiter.“ Gesagt, getan. Das Trio schloss sich mit Mario Schlömann kurz und verabredete sich zur einstündigen Videoschalte. Im Schnelldurchlauf blickt ingenieurregion.de auf Fragen, Antworten, Meinungen. Das sagt die Gesprächsrunde über …

Mario: „Die allermeisten finden ihren Arbeitsplatz, weil sie ein gutes Netzwerk wie den VDI haben. Und weil sie deswegen jemanden kennen, der sie auf ein Unternehmen aufmerksam macht oder sogar die Tür öffnet. Auch Abschlussarbeit oder Promotion in Zusammenarbeit mit Unternehmen sind typische Wege in den Ingenieurberuf.“

Mario: „Im Prinzip eine gute Möglichkeit, damit Absolventen und Unternehmen ins Gespräch kommen können.“

Catherine: „Ja, doch wäre es schön, wenn die Aussteller nicht so viele Personaler schicken würden, von denen man meist nur das erfährt, was genauso auf den Unternehmens-Webseiten zu lesen ist. Viel lieber würde ich mich mit Ingenieurinnen und Ingenieuren über deren Berufsalltag unterhalten.“

Catherine: „Auf der einen Seite hört man, dass es viele Jobs gibt und Ingenieure gesucht werden. Auf der anderen Seite heißt es, dass die Corona-Krise der Industrie einen Dämpfer verpasst hat. Als Berufseinsteiger lässt mich das nachdenklich werden.“

Nerea: „Ich glaube schon, dass man einen guten Job bekommt. Aber was mich stark beschäftigt: Wo wird es sein? Und wird es genau der Job sein, den ich gerade im Kopf habe?“

Mario: „Die Auswirkungen der Pandemie sind sicher abhängig von der Branche. Höhen und Tiefen hat es immer gegeben, deswegen sollte man keine Angst haben. Ingenieure werden immer gefragt sein.“

Mario: „Die Frage ist, was man möchte. Die großen Unternehmen zahlen womöglich etwas mehr, und die kleinen geben Berufseinsteigern vielleicht mehr Verantwortung und auch Möglichkeiten, über den Tellerrand zu schauen.“

Bernd-Christian: „Für mich ist die Unternehmensgröße nicht entscheidend. Wichtig ist mir, dass ich mit anderen am Arbeitsplatz diskutieren und mich austauschen kann. Genau das brauche ich, um mich persönlich weiterzuentwickeln und auch andere voranzubringen.“

Bernd-Christian: „Welche Fähigkeiten, die ich mir an der Hochschule angeeignet habe, helfen mir im Arbeitsleben wirklich weiter?“

Mario: „Wie bei einer Abschlussarbeit muss man immer wieder unter Beweis stellen, sich Dinge schnell aneignen zu können. Genauso ist eine ausgeprägte IT-Affinität unersetzlich. Ich bin auch der Überzeugung, dass das Campusleben ein riesiger Gewinn ist – natürlich für die eigene Persönlichkeit, aber auch für das Teamwork am Arbeitsplatz. Vorurteilsfrei auf andere zugehen zu können, hat einen großen Wert.“

Nerea: „Ich finde es großartig, dass wir an dieser Stelle ganz offen über Geld reden konnten. Häufig ist das ja ein Tabuthema, weil sich viele davor scheuen, über konkrete Zahlen zu sprechen.“

Unsere Gurus sind für alle da

Lust, es Catherine, Nerea und Bernd-Christian gleichzutun? Nur zu! Neben Mario Schlömann zählt eine ganze Reihe guter Gesprächspartner*innen zu den Gurus von ingenieurregion.de, darunter Professor*innen, Ingenieur*innen mit Berufserfahrung, Young Engineers und Studierende. Sucht euch hier den richtigen Guru aus, stellt eure Fragen per Mail, Video oder persönlich – und berichtet uns, wie euch der Kontakt zu unserem Guru-Team weitergeholfen hat.

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